Unsere Schule

In der Freie Schule Moorende wird Lernen nicht erzwungen, sondern ermöglicht und gefördert. Dieser Grundsatz zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Arbeit und mündet in dem Ziel der Schule - dem ,,selbstorganisierten Lernen".

Die Tatsache, dass Kinder keine unfertigen Erwachsenen sind und über eine ganzheitliche Sichtweise verfügen hat zur Folge, dass den Kindern genügend Raum zur Sicht der Welt gelassen und diese Sichtweise ernst genommen wird.

Ausgangspunkte des Lernens sind die aktuellen Lernbedürfnisse und die unterschiedlichen Erfahrungshintergründe von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen, die in die Schule eingebracht werden: Die Schule wird auf diese Weise zum Mikrokosmos, in den allewesentlichen Inhalte unserer Kultur einfließen. Es gibt häufig einen direkten, sich aus der Alltagssituation unmittelbar ergebenden Zusammenhang zwischen Lernanlass und Lernsituation, ob es sich dabei um die Reparatur eines Fahrrads oder wie schon beschrieben um das Experimentieren mit Licht und  Schatten handelt.

Die LehrerInnen haben in diesem Zusammenhang die Funktion, Material und Erfahrungsmöglichkeiten auszuwählen und bereitzustellen, dabei aber dem Lernbedürfnis der Kinder selbst den Weg damit zu überlassen.
 

Vielfalt von Lernformen

Neben der ganz zentralen Form von Lernen haben andere Lernformen, wie das Lernen durch Vorbild und Nachahmung ihren Platz in unserer Schule. Zum Beispiel beim Erlernen bestimmter Fertigkeiten. Sie entstehen aus einem unmittelbaren Interesse der Kinder, diese Fertigkeit lernen zu wollen und nicht, weil es gerade in den Rahmenrichtlinien steht.

Immer wieder übernehmen auch Kinder bei der Vermittlung von praktischen Fertigkeiten oder theoretischen Inhalten die Rolle der Lehrenden. Wir stellen fest, dass Kinder oft besser als die LehrerInnen in der Lage sind, einzuschätzen, ob andere Kinder dieses dann verstanden haben oder nicht. Diese Erfahrung nutzen wir: Ältere Kinder helfen hier den jüngeren, zum Beispiel beim Lesen, Rechnen und Schreiben, aber auch umgekehrt. Eine besonders hohe Qualität bekommt dieses gegenseitige Helfen, wenn die Beziehung zwischen den Kindern eine positive ist.

Das ist natürlich auch ein wichtiger Bestandteil der Lernbeziehungen zwischen LehrerInnen und Kindern. Wir möchten, dass die Kinder mit möglichst allen LehrerInnen zusammen arbeiten können, um durch die affektive Bindung die Lernmöglichkeiten zu erweitern. Begreifen und Aneignen der Mitwelt über künstlerische, handwerkliche Betätigung haben in dieser Schule einen hohen Stellenwert.

Durch das Nebeneinander und Miteinander von Spielen, selbstständigem Erforschen, künstlerischer, handwerklicher Betätigung wird den individuellen Bedürfnissen von Kindern am meisten entsprochen. Unsere Erfahrungen mit offenen Lernprozessen haben dabei gezeigt, dass es die allein richtige Lernform nicht gibt. Sie hängt jeweils ab vom individuellen Erfahrungshintergrund der Kinder und der momentanen Lernsituation.